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Green Bath: Es grünt so grün in Italy

Umweltschutz ist ein wichtiger Bestandteil der italienischen Unternehmenskultur. Seit der vergangenen Cersaie kommuniziert die Fliesenindustrie das offensiv und findet Anschluss an den Megatrend Nachhaltigkeit und Grünes Bauen.

Foto: "Air" von Supergres

Angeregt durch die sehr konkreten und bildhaften US-amerikanischen LEED-Parameter präsentieren sich zahlreiche Unternehmen mit einem "grünen Anstrich". Labels, Zertifikate und Begriffe, die sonst in der Regel eher in Kataloganhängen und technischen Unterlagen zu finden waren, stehen auf einmal im Mittelpunkt des Interesses. Ausgehend von den Messeständen auf der Cersaie sollen sie nun die Partner aus dem Handel und schließlich auch das Gewerbe und die privaten Endverbraucher begeistern.

"Grüne" Argumente für die Kunden des Fachhandels gibt es zuhauf. Geht es nach dem Willen der Industrie, so wird man in Zukunft im Verkauf nicht nur über Preise sprechen sondern auch darüber, wie ein Produkt hergestellt wurde und von wem, und ob in der Fertigung auch die entsprechenden Umwelt- und Sozialstandards respektiert worden sind. Ein sicherlich legitimes Anliegen, müssen europäische Unternehmen doch häufig gegen Wettbewerber antreten, die solchen Umweltvorschriften nicht unterliegen.

Ökofaktoren als wichtiges Verkaufsargument

Welche Rolle die "weichen" Ökofaktoren beim Fliesenkauf spielen, darüber gibt eine Umfrage der Mailänder GfK Eurisko Auskunft, die von der Confindustria Ceramica im vergangenen Jahr in Auftrag gegeben wurde. Die repräsentative Studie wurde im März 2010 in Sassuolo vorgestellt. Insgesamt wurden im Rahmen der Studie 1.000 Privatpersonen zwischen 20 und 65 Jahren interviewt, die in den vergangenen 12 Monaten mindestens einmal Fliesen für Boden- oder Wandbeläge erworben haben.

Foto: "Crema Marfil" von FMG

Die Befragten, zu 55 Prozent übrigens Männer, kauften die Fliesen in 78 Prozent der Fälle für die erste Eigentumswohnung, 12 Prozent für eine Mietwohnung und sieben Prozent für die zweite Eigentumswohnung. Anwendungsbereiche waren der Boden im Badezimmer (74 Prozent), die Böden der Küche (54), die Badezimmerwand (54), die Küchenwand (42), der Boden im Schlafzimmer (39) sowie der Boden im Esszimmer/Wohnzimmer (38) sowie Außenbereiche (27). Ausschlaggebend für den Kauf waren in erster Linie die Qualität, die 79 Prozent der Befragten als "sehr wichtig" beziehungsweise "wichtig" einschätzten sowie die Widerstandfähigkeit (76 Prozent) und das Aussehen (75). Farbe (72), Preis (71) und Format (70) folgen auf den weiteren Plätzen. Umweltlabels wie Ecolabel, LEED oder EMAS waren für 46 Prozent ein sehr wichtiger oder wichtiger Kaufgrund. Für 37 Prozent war das soziale und gesellschaftliche Engagement des Unternehmens entscheidend.

Damit liegen die weichen Faktoren hinter dem Rabatt (62) und dem "Made in Italy" als Kaufmotivation, werden aber immerhin als wichtiger eingestuft als die Bekanntheit des Unternehmens (33). Auch die "Berühmtheit" des Designers (25) spielte bei der Kaufentscheidung eine eher untergeordnete Rolle. Das Ergebnis zeigt, bezogen auf Italien, den durchaus vorhandenen Stellenwert von ökologischen Faktoren im Fliesenverkauf. Es zeigt aber auch, dass hier noch einiges an Kommunikationsarbeit zu leisten ist.

Uwe Leppert

Industriegebiet der Fliesenhersteller EMAS-zertifiziert

Das gesamte Industriegebiet, in dem die Fliesenhersteller im Raum Sassuolo, Modena und Reggio Emilia konzentriert sind, ist nach EMAS zertifiziert. EMAS (=Eco-Management and Audit Scheme) ist ein von der Europäischen Union entwickeltes Instrument zur Verbesserung der Umweltbilanz von Unternehmen. Diese sieht eine Umwelterklärung sowie eine Umweltbetriebsprüfung vor, die alle drei Jahre von einem unabhängigen Umweltgutachter durchgeführt und wiederholt wird. Das System ist leistungsorientiert und soll die Unternehmen dazu anspornen, über die gesetzlichen Vorschriften hinaus die Umweltbilanz zu verbessern.


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